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Gottes Geschenke zum Neujahr

Gottes Geschenke zum Neujahr

Am Anfang des neuen Jahres hören wir so oft, wie uns Menschen ein frohes neues Jahr wünschen. Die Frommen wünschen uns sogar ein «gesegnetes» neues Jahr.

Das, was wir uns Menschen nur wünschen können, das kann Gott verwirklichen. Denn, wie wir in den letzten Tagen immer wieder im Evangelium gehört haben – für Gott ist nichts unmöglich.

Es ist kein Zufall, dass die ersten Worte, die wir in der Liturgie des Neujahrs aus der Bibel zu hören bekommen, die Worte des Segens sind. «Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.» (Num 6,23-26)

Die Worte des Segens sind vielmehr als ein frommer Wunsch. Sie bewirken das, was sie bedeuten. Was geschieht also, wenn wir gesegnet werden?

Es wird viel in der Kirche über den Glauben erzählt. An Gott zu glauben, bedeutet dies oder jenes. Aber der Glaube hat auch eine Kehrseite. Nicht nur wir glauben an Gott, sondern auch Gott glaubt an uns. Er traut uns etwas zu! Und genau das kommt zum Vorschein, wenn wir Gottes Segen empfangen. Es ist jedes Mal die Zusage Gottes: Ich traue dir etwas zu, du schaffst das, weil ich mit dir und bei dir bin. Wir zusammen schaffen das, du hast meine Gnade dazu, du bist nicht allein, ich mache mit. Das ist die Aussage eines jeden Segens, den wir empfangen.

Gott schenkt uns also am Anfang des neuen Jahres seinen Segen. Er hat aber noch ein zweites Geschenk für uns.

Am 1. Januar feiert die Kirche das Hochfest der Gottesmutter. Das ist kein Zufall, sondern auch ein Geschenk des Himmels.

Die ersten Tage des Jahres sind von Ungewissheit geprägt. Wir wissen nicht, was das neue Jahr mit sich bringt, was wir erleben und durchmachen werden.

Die Gestalt Mariens ist eine Botschaft Gottes an uns. Sie wusste auch nicht, was auf sie zukommt, als sie erfahren hat, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Und alles, was später kam, war auch nicht gerade die Erfüllung ihrer Träume. Die bescheidene Geburt im Stall, die Flucht nach Ägypten, die Ungewissheit und Angst, die sie immer wieder begleitet haben, bis sie unter dem Kreuz stand und zuschauen musste, wie ihr Sohn stirbt.

Der Tod Jesu war jedoch nicht das Ende. Am Ende stehen die Auferstehung, die Himmelfahrt und die Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele. Also kurz gesagt, die Vollendung und das ewige Glück.

Deshalb erinnert uns dieses Fest daran, dass uns trotz aller Ungewissheiten ein gutes Ende zugesagt ist. Nicht nur den Segen Gottes bekommen wir heute auf den Weg, sondern auch die Zusage, dass das Ziel des Menschseins das Heil und die Vollendung ist. Wie Gott Maria vollendet hat, so wird er auch uns vollenden.

Das ist doch am Anfang des Jahres eine ermutigende Botschaft. Denn wir ahnen schon, dass auch in diesem Jahr nicht alles gelingen wird. Nicht alle Wünsche werden sich erfüllen. Aber doch am Ende wartet Gottes Gnade auf uns. So können wir mutig mit Gottes Segen in das neue Jahr starten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und glückliches neues Jahr.

Ihr Vikar Wojciech Kaszczyc

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