Gottvater, ein Soldat und Schwarze, die Jesus ans Kreuz nageln

Schon seit Mitte der 90er Jahre geben drei Bilder in unserer Antonius-Kirche immer wieder zu reden: Das Bild von Gottvater in der Apsis, vorne rechts der kniende Soldat aus dem 1. Weltkrieg mitsamt Gewehr, und die 11. Station des Kreuzweges.

Gottvater wird als zu streng beurteilt. Es zeige einen Gott, der kontrolliert und straft und daher Angst einflösse. Zudem zeige es einen “Schweizergott” und nicht einen, der zu unserer multikulturellen Gesellschaft passe.

Der Soldat stösst wegen seines Gewehrs auf Ablehnung. Gewalt und Krieg würden durch diese Darstellung gerechtfertigt.

Und die 11. Kreuzwegstation, auf der zu sehen ist, wie zwei Schwarze (die einzigen Schwarzen auf dem ganzen Kreuzweg) Jesus ans Kreuz nageln, sei schlichtweg rassistisch.

Die Forderung wurde immer wieder mal gestellt, diese Bilder zu entfernen bzw. zu übermalen oder, im Fall der Gottvater-Darstellung, zu ändern.

Die Zürcher Denkmalpflege weist entschieden darauf hin, dass die Malereien, so wie sie sind, als Kunstwerke geachtet werden müssten und darum nicht abgeändert werden könnten. Sie seien Zeitdokumente und zeugten von den langjährigen Anstrengungen der damaligen Generationen um die Ausstattung der Kirche.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass

  • ein streng dreinblickender Gottvater zwar etwas einschüchternd wirken kann, wir uns aber auch bewusst auf die offenen Arme konzentrieren können, die uns alle, ja die ganze Welt umarmen möchten;
  • der Soldat eine Wirklichkeit spiegelt, unter der viele Menschen tatsächlich und unverschuldet gelitten hatten und in die Armut verfielen, so dass sie auf Hilfe, wie auf unserem Bild dargestellt, angewiesen waren;
  • es Rassismus auch in der Kirche gegeben hat und wir uns umso mehr bemühen sollten, dem Rassismus, der sich bisweilen still und leise einschleicht, keinen Raum zu geben.
    Pfr. Andreas Rellstab
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